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Abmeldung - Löschung - Erfahrung (Features)

by Auge ⌂ @, Monday, June 11, 2018, 14:03 (72 days ago) @ candleman

Hallo

Bei einem Austausch von Betroffenen zu einem medizinischen Thema kann es natürlich recht schnell dazu kommen, dass intime Daten preisgegeben werden. Das mag vereinzelt im Eifer der Diskussion geschehen, meist jedoch absichtlich. Dennoch halte ich es in einem solche Szenario nicht für unwahrscheinlich, Postings und deren Antworten zumindest auf solche Daten prüfen und da und dort bereinigen zu müssen.


Umpf.

Ich bin gerade über einen weiteren Artikel zum Thema gestolpert, der explizit auf die Begriffe Pseudonymisierung und Anonymisierung eingeht. Meiner Meinung nach ist er schon deswegen lesenswert, weil er in recht einfachen Worten klarstellt, auf wen, was und in welchen Fällen die DSGVO überhaupt angewendet wird.

Bezüglich der Auflösung eines Benutzeraccounts ist folgendes interessant. Wenn du Beiträge anonymisierst, so, dass kein Rückschluss auf den ursprünglichen Autor möglich ist, handelt es sich nicht mehr um persönliche Daten und die Beiträge werden von der DSGVO nicht mehr erfasst (war übrigens auch schon mit dem BDSG so).

Nun muss man als Betreiber eines Forums natürlich überlegen, welcher Aufwand lohnenswert ist, gerade in Abwägung mit einem möglichen Schaden am Forum, wenn dadurch die Hälfte der Threads kastriert werden. Der Benutzer hat implizit (mit dem Absenden) oder gar explizit (Zustimmung zu Nutzungsbedingungen) die Zustimmung zur Verarbeitung der Beiträge (Ausgabe im Rahmen der Forumssoftware) gegeben. Kann sie/er diese Zustimmung widerrufen, so dass die Postings gelöscht werden müssen? Das sich aus der DSGVO herleitende Widerrufsrecht betrifft ja nur persönliche Daten und nicht Postings an sich.

Juristisch klären werden wir das hier nicht können. Fest steht aber, dass ein Forumsbetreiber nicht einfach so Irrläufern, die nicht nur ihre Rechte in Anspruch nehmen, sonder zu Saboteuren werden, ausgeliefert ist.

Der Vollständigkeit halber: Pseudonymisierung ist hingegen eine Behandlung der persönlichen Daten, in deren Folge die Daten so, wie sie sind, nicht mehr zuordenbar sind, wobei sie aber mit Hilfe weiterer Datensätze wieder einer Person zuordenbar gemacht werden können. Ein Beispiel wäre die Ersetzung aller Benutzernamen durch die Benutzer-IDs, die ohne eine Liste der Accounts mit IDs und Namen keinen Rückschluss auf die Personen erlaubt, mit dieser Liste jedoch die verborgenen Identitäten preisgibt.

Tschö, Auge

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